Gewerbesteuer

June 24, 2025
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3 Min. Lesezeit

Geschäftsfrau mit Brille liest konzentriert Dokumente am Tisch, vor ihr liegen Ausdrucke von Diagrammen, daneben steht ein Wasserglas.

Was ist Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer auf den Gewerbeertrag eines Gewerbebetriebs. Wie hoch sie ausfällt, hängt unter anderem vom Gewerbeertrag und vom Hebesatz Deiner Gemeinde ab. Natürliche Personen und Personengesellschaften können dabei einen Freibetrag von 24.500 Euro berücksichtigen. Freiberufliche Tätigkeiten unterliegen grundsätzlich nicht der Gewerbesteuer.

Inhaltsverzeichnis

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Kurz zusammengefasst

Die Gewerbesteuer betrifft grundsätzlich Gewerbebetriebe. Ihre Höhe wird aus dem maßgeblichen Gewerbeertrag, der Steuermesszahl und dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde ermittelt. Natürliche Personen und Personengesellschaften können einen Freibetrag berücksichtigen. Erfahre, wer sie zahlen muss, wie Du die Steuer berechnest und welche Rolle Freibetrag, Steuermesszahl und Hebesatz spielen.

Wer muss Gewerbesteuer zahlen?

Gewerbesteuer fällt grundsätzlich für Gewerbebetriebe an, soweit sie im Inland betrieben werden. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Einzelunternehmen mit gewerblicher Tätigkeit
  • gewerblich tätige Personengesellschaften
  • GmbHs
  • UGs
  • Aktiengesellschaften

Ob tatsächlich eine Gewerbesteuerzahlung entsteht, hängt unter anderem vom Gewerbeertrag und einem möglichen Freibetrag ab. Bei Kapitalgesellschaften ist die Einordnung besonders eindeutig: Ihre Tätigkeit gilt gewerbesteuerlich grundsätzlich als Gewerbebetrieb. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften kommt es dagegen auch darauf an, welche Tätigkeit ausgeübt wird.

Wer zahlt keine Gewerbesteuer?

Nicht jede selbstständige Tätigkeit ist ein Gewerbe. FreiberuflerInnen erzielen mit ihrer freiberuflichen Tätigkeit grundsätzlich Einkünfte aus selbstständiger Arbeit und zahlen darauf keine Gewerbesteuer. Dazu können unter den gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise bestimmte:

  • ÄrztInnen
  • RechtsanwältInnen
  • SteuerberaterInnen
  • ArchitektInnen
  • JournalistInnen
  • KünstlerInnen

gehören. Auch land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten werden steuerlich anders behandelt. Wichtig ist die tatsächliche Einordnung Deiner Tätigkeit. Eine Berufsbezeichnung allein entscheidet nicht immer darüber, ob Gewerbesteuer anfällt.

Übst Du sowohl freiberufliche als auch gewerbliche Tätigkeiten aus, kann eine genauere steuerliche Prüfung erforderlich sein.

Wie hoch ist der Freibetrag bei der Gewerbesteuer?

Natürliche Personen und Personengesellschaften können bei der Ermittlung des Steuermessbetrags aktuell einen Freibetrag von 24.500 Euro berücksichtigen. Das betrifft beispielsweise gewerbliche:

  • Einzelunternehmen
  • GbRs
  • OHGs
  • KGs

Der Freibetrag wird vom abgerundeten Gewerbeertrag abgezogen, höchstens jedoch bis zu dessen Höhe. Liegt der maßgebliche Gewerbeertrag eines Einzelunternehmens beispielsweise bei 20.000 Euro, verbleibt nach dem Freibetrag kein Betrag für die Berechnung des Steuermessbetrags. Bei einem Gewerbeertrag von 50.000 Euro sieht die vereinfachte Rechnung so aus: 50.000 Euro – 24.500 Euro = 25.500 Euro

Auf diese 25.500 Euro wird anschließend die Steuermesszahl angewendet. Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG können diesen Freibetrag nicht nutzen.

Wie berechnest Du die Gewerbesteuer?

Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten. Vereinfacht kannst Du Dir die grundlegende Formel so merken: Gewerbesteuer = Gewerbeertrag nach Freibetrag × 3,5 % × Hebesatz Nehmen wir ein Einzelunternehmen mit einem maßgeblichen Gewerbeertrag von 50.000 Euro an.

Der Hebesatz der Gemeinde beträgt in diesem Beispiel 400 Prozent.

1. Freibetrag abziehen

50.000 Euro – 24.500 Euro = 25.500 Euro

2. Steuermessbetrag berechnen

25.500 Euro × 3,5 % = 892,50 Euro

3. Hebesatz anwenden

892,50 Euro × 400 % = 3.570 Euro Die Gewerbesteuer beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 3.570 Euro. Die tatsächliche Ermittlung des Gewerbeertrags kann komplexer sein, weil steuerliche Hinzurechnungen und Kürzungen berücksichtigt werden können.

Das Beispiel zeigt Dir deshalb vor allem, wie Du die Steuer berechnest, wenn der maßgebliche Gewerbeertrag bereits feststeht.

Was sind Steuermesszahl und Hebesatz?

Beide Werte brauchst Du für die Berechnung, sie erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Die Steuermesszahl beträgt 3,5 %. Sie wird auf den maßgeblichen Gewerbeertrag nach Berücksichtigung des entsprechenden Freibetrags angewendet. Daraus entsteht der Steuermessbetrag.

Anschließend kommt der Hebesatz ins Spiel. Diesen bestimmt die jeweilige Gemeinde. Die Rechnung lautet: Steuermessbetrag × Hebesatz = Gewerbesteuer

Bei einem Steuermessbetrag von 1.000 Euro ergeben sich beispielsweise: HebesatzGewerbesteuer300 %3.000 Euro400 %4.000 Euro450 %4.500 Euro Dadurch kann ein Unternehmen bei gleichem Gewerbeertrag je nach Standort unterschiedlich viel Gewerbesteuer zahlen.

Wie wirkt sich der Standort auf die Gewerbesteuer aus?

Der Unternehmensstandort spielt eine wichtige Rolle, weil Gemeinden ihren Gewerbesteuer-Hebesatz selbst festlegen. Dadurch unterscheiden sich die effektiven Gewerbesteuersätze zwischen verschiedenen Gemeinden. Ein höherer Hebesatz führt bei gleichem Steuermessbetrag zu einer höheren Gewerbesteuer.

Der Hebesatz ist deshalb auch ein Faktor, den Unternehmen bei ihrer Standortentscheidung berücksichtigen können. Er sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Auch andere Faktoren wie:

  • Kundennähe
  • Verkehrsanbindung
  • Fachkräfte
  • Gewerbeflächen
  • Infrastruktur
  • Miet- und Grundstückskosten

können für einen Standort wesentlich wichtiger sein. Für Deine Steuerplanung solltest Du trotzdem wissen, welcher Hebesatz vor Ort gilt.

Zahlen GmbH und UG Gewerbesteuer?

Ja. Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG gelten gewerbesteuerlich grundsätzlich als Gewerbebetriebe. Anders als natürliche Personen und Personengesellschaften erhalten sie dabei nicht den Freibetrag von 24.500 Euro. Der maßgebliche Gewerbeertrag wird daher grundsätzlich ohne diesen Freibetrag zur Berechnung des Steuermessbetrags herangezogen.

Das gilt unabhängig davon, welche Tätigkeit die Gesellschaft tatsächlich ausübt. Eine GmbH kann beispielsweise Beratungsleistungen erbringen, die bei einer natürlichen Person unter bestimmten Voraussetzungen freiberuflich sein könnten. Die GmbH bleibt trotzdem gewerbesteuerpflichtig.

Neben der Gewerbesteuer spielt bei Kapitalgesellschaften außerdem die Körperschaftsteuer eine wichtige Rolle.

Wie wird Gewerbesteuer bei Einzelunternehmen berücksichtigt?

Bei EinzelunternehmerInnen und MitunternehmerInnen von Personengesellschaften kann die Gewerbesteuer unter den gesetzlichen Voraussetzungen auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Dadurch soll die steuerliche Doppelbelastung aus Gewerbesteuer und Einkommensteuer teilweise ausgeglichen werden.

Wie hoch die tatsächliche Entlastung ausfällt, hängt vom konkreten Fall ab. Dabei spielen unter anderem der Gewerbesteuer-Messbetrag, der kommunale Hebesatz und die persönliche Einkommensteuersituation eine Rolle.

Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass gezahlte Gewerbesteuer immer vollständig ausgeglichen wird. Für Deine konkrete Steuerbelastung solltest Du Einkommensteuer und Gewerbesteuer gemeinsam betrachten.

Wann musst Du Gewerbesteuer zahlen?

Die Gemeinde setzt die Gewerbesteuer auf Grundlage des festgestellten Steuermessbetrags fest. Im laufenden Jahr können Gewerbesteuer-Vorauszahlungen anfallen. Diese werden grundsätzlich vierteljährlich geleistet. Nach Ablauf des Erhebungszeitraums wird die endgültige Gewerbesteuer ermittelt. Weicht sie von Deinen bereits geleisteten Vorauszahlungen ab, kann daraus eine Nachzahlung oder Erstattung entstehen.

Steigt Dein Gewinn deutlich, können auch Deine zukünftigen Vorauszahlungen angepasst werden. Deshalb solltest Du Steuern bei Deiner Liquiditätsplanung berücksichtigen und rechtzeitig finanzielle Rücklagen bilden.

Wie unterstützt Dich orgaMAX bei Deiner Buchhaltung?

Mit orgaMAX organisierst Du Einnahmen, Ausgaben, Rechnungen und Belege laufend an einem Ort. Dadurch schaffst Du eine strukturierte Datengrundlage für Deine Buchhaltung und die Zusammenarbeit mit Deinem Steuerbüro. Für die Übergabe kannst Du Buchungssätze und Belege über den Steuerberaterexport bereitstellen. Daneben bietet orgaMAX einen Steuerberaterzugang sowie Möglichkeiten zur Datenübertragung über DATEV-Datenservices.

So musst Du benötigte Unterlagen nicht erst kurz vor einer Steuererklärung aus verschiedenen Ablagen zusammensuchen. Eine laufend gepflegte Buchhaltung hilft Dir außerdem, Deine wirtschaftliche Entwicklung einzuschätzen und steuerlich relevante Unterlagen vollständig bereitzuhalten.

Fazit: Gewerbesteuer hängt auch vom Standort ab

Gewerbesteuer betrifft grundsätzlich Unternehmen mit gewerblicher Tätigkeit. Wie hoch Deine tatsächliche Belastung ausfällt, hängt unter anderem vom Gewerbeertrag, einem möglichen Freibetrag und dem Hebesatz Deiner Gemeinde ab. Für natürliche Personen und Personengesellschaften gilt aktuell ein Freibetrag von 24.500 Euro. Anschließend wird mit einer Steuermesszahl von 3,5 Prozent der Steuermessbetrag ermittelt.

Gerade der kommunale Hebesatz kann einen deutlichen Unterschied machen. Behalte deshalb neben Deinem Gewinn auch Deine voraussichtliche Steuerbelastung im Blick und plane mögliche Vorauszahlungen frühzeitig ein.

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